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[Up] #1
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Beigetreten: 20.11.2009 14:25:44
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Betreff: Dach dämmen ohne Schalung
Hallo!

Hoffe hier kann mir jemand helfen, durchsuche seit Wochen das Internet und rede mit diversen Fachleuten wobei ich aber leider immer nur widersprüchliche Informationen erhalte.
Hoffe das mir hier jemand weiterhelfen kann.

Grundsätzlich möchte ich gerne unser Dachgeschoss ausbauen, wobei es zu Wohnzwecken genutzt werden soll. Das Dach selbst ist ein Steildach (Neubau) mit folgender Konstruktion:

-Dachziegel
-Lattung
-Konterlattung
-Unterspannfolie (dicht, d.h. nicht diffusionsoffen)
-Sparen

Das Dach hat keine Schalung.

Grundsätzlich hätte ich folgende Fragen.

- In wie weit wirkt sich das fehlen einer (Holz)Verschalung aus? Was würde besser/einfacher funktionieren wäre eine Verschalung vorhanden?

- Muss/sollte das Dach von innen zwischen dem Dämmmaterial (welches zwischen die Sparren kommt) und der Unterspannfolie hinterlüftet werden?
Hier erhalte ich sehr widersprüchliche Aussagen.
Die einen sagen:
- Ja, unbedingt hinterlüften und Raumseitig eine diffusionsoffene Folie einbringen
- Ja, unbedingt hinterlüften und Raumseitig eine dichte Folie einbringen da die äußere Folie auch dicht ist
- Nein, nicht hinterlüften und Raumseitig eine diffusionsoffene Folie einbringen
- Nein, nicht hinterlüften und Raumseitig eine dichte Folie einbringen


Gibt es überhaupt eine allgemeine Regel wie ein Dach mit einer nicht diffusionsoffenen Folie und keiner Verschalung am besten gedämmt wird?

(Hierbei geht es mir hauptsächlich um die Fragen ob hinterlüftet werden soll/muss und ob die innenseitige Folie diffusionsoffen bzw. dicht sein sollte?)

Vielen Dank für eure Antworten!
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Beigetreten: 20.11.2009 14:25:44
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Betreff: AW:
Hi,

ist die Unterspannbahn wirklich diffusionsdicht? Diffusionsdicht heisst, dass sie Bahn aus z.B. Polyethylen besteht und überall verklebt ist. Normalerweise ist ne Unterspannbahn (z. B. Delta Vent) diffusionsoffen und dient nur dazu, falls mal Regen durch die Ziegel kommt in die Regenrinne zu leiten.

Ansonsten muss zur Raumseite bei einer Dachdämmung immer eine diffusionsdichte Folie angebracht werden (wenn zwischen den Sparren gedämmt wird), da sonst die warme Raumluft im Winter in der Dämmung kondensiert und zu Schimmel führt.

Meinst du die Holzverschalung innen oder aussen?
Aussen kann man dann z.B. leichter ne Aufsparrendämmung machen.

Ciao Hag
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Beigetreten: 20.11.2009 14:25:44
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Betreff: AW:
Hi,
Danke für die Antwort!

>> Ist die Unterspannbahn wirklich diffusionsdicht?
Ja, wurde mir vom Zimmermann versichert. Sie ist auch relativ sorgfältig verklebt worden.

>> Ansonsten muss zur Raumseite bei einer Dachdämmung immer eine diffusionsdichte Folie angebracht werden (wenn zwischen den Sparren gedämmt wird), da sonst die warme Raumluft im Winter in der Dämmung kondensiert und zu Schimmel führt.

Hmm, ja, da bin ich mir eben nicht ganz sicher. Habe heute mit dem Zimmermann telefoniert, dieser hat mir gesagt:
Raumseitig eine diffusionsoffenen Folie anbringen damit die Luftfeuchtigkeit welche im Dachboden entsteht durch die Folie hindurch in Dämmung kann wo sie dann durch die Hinterlüftung abgeleitet werden kann.
Ist das plausibel?

Wenn ich eine diffusionsdichte Folie einbauen würde (d.h. keine Feuchte kann von innen bzw. von aussen in die Dämmung), wozu wäre dann die Hinterlüftung überhaupt gut? Um eventuell durch die diffusionsdichte Aussenfolie eingedrungene Feuchte wieder abzuleiten?

>> Meinst du die Holzverschalung innen oder aussen?
Aussen. D.h. für den "Dämmeffekt" an sich bringt das nicht wirklich Vorteile?

Danke!
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[Up] #4
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Beigetreten: 20.11.2009 14:25:44
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Betreff: AW:
Hi nochmal

<<Raumseitig eine diffusionsoffenen Folie anbringen damit die Luftfeuchtigkeit welche im Dachboden entsteht durch die Folie hindurch in Dämmung kann wo sie dann durch die Hinterlüftung abgeleitet werden kann.
Ist das plausibel?

Ja, die Aussage stimmt schon, dass die Feuchtigkeit in die Dämmung wandert. Nur sollte das auf jeden Fall vermieden werden! Der einzig richtige Weg, die Luftfeuchtigkeit vom Dachboden zu bekommen ist lüften.

Hinterlüften ist auf jeden Fall auch immer empfehlenswert, weil rein rechnerisch, wenn von innen ne dichte Folie ist, zwar kein Tauwasser anfallen kann. Praktikisch kann aber schon mal irgendwo Feuchtigkeit sein, die dann nicht mehr entweichen kann.

Wann wurde denn die diffusionsdichte Folie verlegt und wieso? Sollte eine Aufsparrendämmung gemacht werden? Der Sinn, wieso die Folie dicht und nicht offen ausgeführt wurde erschliesst sich mir noch nicht so ganz.

Ciao Hag
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[Up] #5
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Beigetreten: 20.11.2009 14:25:44
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Betreff: AW:
Hag:
Hi nochmal

<<Raumseitig eine diffusionsoffenen Folie anbringen damit die Luftfeuchtigkeit welche im Dachboden entsteht durch die Folie hindurch in Dämmung kann wo sie dann durch die Hinterlüftung abgeleitet werden kann.
Ist das plausibel?

Ja, die Aussage stimmt schon, dass die Feuchtigkeit in die Dämmung wandert. Nur sollte das auf jeden Fall vermieden werden! Der einzig richtige Weg, die Luftfeuchtigkeit vom Dachboden zu bekommen ist lüften.

Hinterlüften ist auf jeden Fall auch immer empfehlenswert, weil rein rechnerisch, wenn von innen ne dichte Folie ist, zwar kein Tauwasser anfallen kann. Praktikisch kann aber schon mal irgendwo Feuchtigkeit sein, die dann nicht mehr entweichen kann.

Wann wurde denn die diffusionsdichte Folie verlegt und wieso? Sollte eine Aufsparrendämmung gemacht werden? Der Sinn, wieso die Folie dicht und nicht offen ausgeführt wurde erschliesst sich mir noch nicht so ganz.

Ciao Hag


>> Wann wurde denn die diffusionsdichte Folie verlegt und wieso? Sollte eine Aufsparrendämmung gemacht werden? Der Sinn, wieso die Folie dicht und nicht offen ausgeführt wurde erschliesst sich mir noch nicht so ganz.

Das Haus ist ein Neubau (Jänner 2008) und man hatte die Option mit oder ohne Holzschalung zu bauen (Aufsparrendämmung war nie geplant). Mit Halzschalung sollte laut Zimmermann eine diffusionsoffene Folie aufs Dach kommen, ohne Holzschalung eben eine diffusionsdichte Folie. Ist da aus wirtschaftlichen Gründen einfach eine dichte Folie eingebaut worden weil billiger?

Zur der Meinung des Zimmermanns, das innen nun eine diffusionsoffene (hygrodiode sagte er) eingebaut werden soll, ist das dann überhaupt ratsam?

Dieser Beitrag wurde 1 mal geändert. Die letzte Änderung war am 10.02.2009 09:38:25.

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Beigetreten: 20.11.2009 14:25:44
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Hi Rob,

also Bauphysikalisch ist der Zimmermann nicht ganz so fit.

Die Hygrodiode 100 ist ein Produkt von Icopal. Musst mal auf deren Seite die Datenblätter anschauen. Diese Folie ist eine DAMPFbremse mit einem SD Wert von 100. Der Name sagt es ja schon, dass die Dampfdiffusion gebremst(verringert) wird. Die Folie soll auch die Restfeuchte die z.B. in den Sparren ist, in die INNENluft ableiten können(siehe Datenblatt). Und nicht wie dein Zimmermann gesagt hat andersrum.

Fazit: Dein Zimmermann hats falsch erklärt, die Folie ist aber durchaus fuer deine Anwendung geeignet(wenns diese ist smilie ).
An sich einfacher und wahrscheinlich auch billiger wäre der Normalaufbau, mit innen diffusionsdichter Folie und die Unterspannbahn als dampfdiffusionsoffene Folie
Aso beim Einbau darauf achten, dass die Folie richtigrum eingebaut wird smilie

Ich hoffe ich konnte helfen
Ciao Hag
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Beigetreten: 20.11.2009 14:25:44
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Betreff: AW:
Danke, hast mir auf jeden Fall geholfen.

Zusammenfassend könnte bei mir also folgender Aufbau funktionieren: (da die aussenfolie ja diffusionsdicht und schon drauf ist)

difussionsdichte aussenfolie -> hinterlüftung -> dämmung -> diffusionsdichte innenfolie

Sollte so funktionieren, oder?

Danke!
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Beigetreten: 20.11.2009 14:25:44
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Betreff: AW:
Richtig, innen eine normale dampfdiffusionsdichte Folie oder aber diese neue Hygrodiode. Musst mal sehen, was fuer Erfahrungen der Zimmermann mit der Hygrodiode gemacht hat. Aber im Prinzip gehen beide.
Ansonsten ist der Aufbau richtig.

Ciao
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Beigetreten: 20.11.2009 14:25:44
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Betreff: AW:
Langsam, langsam.
Außen muß die Folie diffusionsoffen sein, nur von innen kommt die Dampfbremse gegen.

Die Schalung sehe ich lediglich als Arbeitserleichterung für die Dachdecker, welche sie sich dann auch noch mit ca. €17 + extra bezahlen lassen.

Bei mir sind ein paar Dachdecker abgeblitzt, weil sie bei meinem Dachumbau (lediglich die fehlende Unterspannbahn reinmachen) auf die Verlegung einer Schalung bestanden haben (angeblich Vorschrift).

Mit dem richtigen Mann habe ich dann ca. € 2000 gespart smilie

Jens
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Beigetreten: 20.11.2009 14:25:44
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Betreff: Leider baumarkttypisch viel Unsinn
Dachdeckungen sind grundsätzlich nicht "extremwitterungsdicht", da sind auch Blechdächer nicht ausgenommen, welche bei Schmelzwasser schnell mal "absaufen" können. Und die lieben deutschen Forumsteilnehmer sollten sich lieber die vielen deutschen Schimmel- und Bauschadensdächer ansehen. Da wird mit Unterspannbahnen gearbeitet was bei uns zu Recht als Baumangel bewertet wird. Es ist eigentlich ganz einfach: (Von oben beginnend) Dachhaut - Lattung(oder Schalung) - Konterlattung für Distanz und Hinterlüftung - Vordeckung diffusionsoffen winddicht verklebt - Schalung bzw. begehbare Holzwerkstoffplatten nach ONR22219-2. Dann Wärmedämmung als Vollsparrendämmung (evtl. mit Aufsparrendämmung statt Schalung) - Dampfbremse innen etwas dampfdichter als außen (Rücktrocknungseffekt)- Unterkonstruktion allenfalls als Installationsebene - Feuerschutzbeplankung.

Nun zu deinen Fragen:
- In wie weit wirkt sich das fehlen einer (Holz)Verschalung aus?
Bei ausgebautem Dachgeschoss nicht normgerecht, keine windsichere Verklebung möglich, keine sichere Abfuhr von Unterdachwasser möglich.

Was würde besser/einfacher funktionieren wäre eine Verschalung vorhanden?
Alles

- Muss/sollte das Dach von innen zwischen dem Dämmmaterial (welches zwischen die Sparren kommt) und der Unterspannfolie hinterlüftet werden?
Nein, soll sogar nicht, weil a)Dämmung unterkühlt b)Tauwasserprobleme entstehen c) Feuchteeintrag von außen

Hier erhalte ich sehr widersprüchliche Aussagen.
Die einen sagen:
- Ja, unbedingt hinterlüften und Raumseitig eine diffusionsoffene Folie einbringen

Unvollständige Aussage, falsch

- Ja, unbedingt hinterlüften und Raumseitig eine dichte Folie einbringen da die äußere Folie auch dicht ist
Unvollständige Aussage, falsch

- Nein, nicht hinterlüften und Raumseitig eine diffusionsoffene Folie einbringen
Unvollständige Aussage, falsch
- Nein, nicht hinterlüften und Raumseitig eine dichte Folie einbringen
Kommt der Sache nahe, aber wie dicht, darauf kommt es an.


Gibt es überhaupt eine allgemeine Regel wie ein Dach mit einer nicht diffusionsoffenen Folie und keiner Verschalung am besten gedämmt wird?
Falsche Frage.

(Hierbei geht es mir hauptsächlich um die Fragen ob hinterlüftet werden soll/muss und ob die innenseitige Folie diffusionsoffen bzw. dicht sein sollte?)

Die Dämmung soll nicht ÜBERlüftet werden, das UNTERDACH soll hinterlüftet werden. Die innere Dampfbremse muss luftdicht, und dampfsperrender als außen sein.

Günther Nussbaum-Sekora
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Betreff: AW:
Dein Text liest sich so, als ob Du gerade über Deinen Studienbüchern sitzt und noch nie eine Unterspannbahn in natura gesehen hättest (Baumangel in Österreich? Ich staune.)

Nach Deinen Ausführungen ist es mir ein Rätsel, wie die Menschheit die letzten Jahrzehnte überlebt hat, wo eine Schalung weder vorgeschrieben noch nötig war - solange der Zimmermann sein Handwerk versteht.

Jens

Dieser Beitrag wurde 1 mal geändert. Die letzte Änderung war am 01.04.2009 22:33:57.

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