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skrb
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Beigetreten: 01.04.2014 15:30:05
Beiträge: 1
Betreff: Hangsicherung und Entwässerung (feuchte Ton-/Lehmerde, Schlamm)
Hallo allerseits

Ich möchte mich hier betreffend unser Garten um Rat fragen. Dazu muss ich leider etwas ausholen. Hoffe, dass der eine oder andere Experte trotzdem die Zeit/Geduld aufbringt, meinen Beitrag zu lesen.

Im letzten Jahr haben wir unser EFH fertiggestellt. Unser Bauland befindet sich in einer Hanglage. Schon beim Aushub gab es grössere Probleme. Die Arbeiter sind ca. 40 cm vor Erreichen der erforderlichen Tiefe auf eine Wasseransammlung im Hang gestossen, es gab Einsturz- bzw. Erdrutschgefahr. Die Hangseite der Baugrube musste mit einer Eisenbetonwand gesichert werden, welche mit langen "Eisenstangen" im tieferliegendem Fels verankert wurde. Die Wand befindet sich nun hinter unserem Haus, sie ist ca. 7-8 Metern hoch und 12 Meter breit. Hinter der Mauer und rund ums Haus wurden Drainagerohre verlegt. Nach Zuschütten der Baugrube ragt die Mauer ca. 2 Meter in die Höhe (dies ca. 3m hinter unserem Haus).

Entlang der Wand ist alles in bester Ordnung, die Erde und unser Rasen ist trocken bzw. Normalnass. Jedoch steht diese Mauer nur hinter dem Haus. Wo die Mauer endet, geht die Böschung ca. 6-7m weiter, nur halt ungesichert (Höhe ca. 1.8-2.0 m, Neigung ca. 60-70°). Diese Böschung ist richtig feucht, stellenweise gar schlammig/fliessend (wie nasse Knetmasse...). Dieser Hang ist nun bei Tauwetter sogar etwas abgerutscht (nichts Dramatisches, nur auf einer Tiefe von ca. 10 cm).

Entlang der Böschung ist unser Garten natürlich auch pflotschnass, dies auf einer Breite von ca. 2-3 Metern und entlang der gesamten Länge der Böschung. Wir haben letztes Jahr noch ein Drainagerohr verlegt (direkt am Fusse der Böschung), aber dies hilft kaum etwas. Wir haben das Rohr verlegt, die Grube mit Schotter aufgefüllt und das Ganze mit einer Fliese umwickelt. Mein Verdacht ist, dass die Lehmige Erde das Wasser gar nicht richtig durchlässt, dass Wasser im Rohr fliesst eigentlich nur nach Regenfällen. Beim Wasser in unserem Garten handelt es sich nicht nur um Oberflächenwasser, auch Unterirdisch scheint Wasser zu sickern. (Jedoch handelt es sich wahrscheinlich nicht um die Wasseransammlung, welche uns beim Aushub Schwierigkeiten bereitete, da diese doch einige Meter tiefer lag. Wir haben 3 Gartenbaufirmen um eine Offerte bzw. Einschätzung gebeten. Alle sind der Meinung, dass kein Einsturz bzw. Rutschgefahr besteht und dass die bestehende Drainage geprüft werden soll. Allerdings ist damit auch Schluss mit der grossen Einigkeit. Wir durften folgende verschiedene Meinungen anhören:

bezüglich Entwässerung:
1. einige weitere Drainagen im flachen Teil verlegen; Hang bepflanzen
2. bestehende Drainage öffnen und nur mit Schotter bedecken (also ohne Erde drauf), mit der Begründung, dass die feuchte Lehmerde die Poren der Fliese verstopft und daher die zugedeckte Drainage nicht funktionieren kann; Hang bepflanzen
3. eine kleine (ca. 1m hohe) Mauer aus kleinen Steinen anlegen, dahinter Drainage und gute Erde; dann Hang bepflanzen; ev. weitere Drainage im flachen Teil

bezüglich Abdeckung der Betonwand:
1. Mit Kriechpflanzen von unten her bewachsen lassen
2. Mit Kriechpflanzen von unten her bewachsen lassen
3. Die kleine Mauer auch vor der Betonwand weiterführen, inkl. Drainage dahinter, die Lücke mit guter Erde füllen und bepflanzen. Für die Betonwand empfiehlt er keine Kriechpflanzen, da diese im Sommer direkt am heissen Beton "verbrennen" würden.

Ich muss nicht erklären, dass die letzte Variante wohl die mit Abstand teuerste wäre...

Nun zu guter Letzt meine Gedanken dazu:
- Die Entwässerung müsste direkt beim / Im Hang erfolgen, Drainagen im flachen Teil bringen glaube ich kaum was.
- Die Böschung müsste schon irgendwie gestützt werden) niedrige Steinmauer oder niedrige Mauer aus Steinkörben. So wäre auch die Entwässerung besser gegeben (also Drainage hinter der Mauer bzw. unter den Steinkörben).
- Bezüglich Kriechpflanzen auf einer Betonoberfläche kann ich nicht einschätzen, wer da Recht hat.
- Ich habe mir auch schon überlegt, die Betonwand mit Steinplatten zu bedecken. Ich weiss aber nicht, ob da die Betonwand noch genug "atmen" könnte.

Gibt es hier ev. Experten bzw. Hauseigentümer, welche Erfahrung mit ähnlichen Situationen haben? Ich wäre um Tipps, Ideen oder Einschätzungen sehr froh und dankbar.

Vielen Dank schon mal im voraus.

Beste Grüsse aus der Schweiz
Christian
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[Up] #2
Helpi
Alter Hase
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Beigetreten: 31.07.2007 00:44:03
Beiträge: 621
Betreff: Aw: Hangsicherung und Entwässerung (feuchte Ton-/Lehmerde, Schlamm)
Gut´n Tach Christian,

da ich kein Gartenbauer bin, kann ich nur aus meiner Erfahrung mit meinem Garten schöpfen. Auch wir haben Lehmboden und eine Böschung. Jedoch bezog sich unser Problem nur auf die Abführung von Oberflächenwasser.

Wir haben knapp unterhalb des Böschungskopfes eine Drainage hinter einer Kantsteinreihe verlegt (Aushub in Spatenbreite- und -tiefe, Auskleiden mit Bändchenflies (damit die Erde nicht in den Kies eindringt), Drainagerohr einlegen, mit Kies zuschütten). Natürlich darf die Kiespackung nicht mit Erde bedekt werden, da die Lehmerde kaum Wasser durchlässt. Die Kantsteine halten die Kiespackung an Ort und Stelle und sorgen dafür, dass von weiter oben kein Wasser auf die Böschung fließt. Auf den Rest der Böschung wirkt also nur das Regenwasser ein.

Am Fuß der Böschung wurde die Drainage etwas tiefer und breiter ausgeführt, da hier mehr Wasser abzuleiten ist. Die Drainagerohre enden in zwei etwa vier Meter tiefen Erdbohrungen, in die ich 150er HT-Rohre eingeführt und mit Kies gefüllt habe. Hierdurch habe ich die Lehmschichten durchdrungen und das Wasser fließt schnell ab.

Da auf dem Hang eine Hecke steht, ist die Böschung gut durchwurzelt und Erosion findet kaum statt. Um das zu verhindern empfiehlt sich auch der Einsatz von Bodendeckern. Unsere wurden von unserem Hund bei seinen Patrouillengängen leider niedergetrampelt. Jetzt haben wir dort Rollrasenverlegt (eingesäte Grassamen würden bei der Bewässerung einfach runtergespült). Das hält bestens!

Ich hoffe, ich konnte Dir mit meiner Erfahrung etwas helfen.
Viele Grüße vom Niederrhein!

Bis denn,
Helpi
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[Up] #3
WernerB
Stammtisch-Meister
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Beigetreten: 09.11.2004 12:00:00
Beiträge: 2090
Betreff: Aw: Hangsicherung und Entwässerung (feuchte Ton-/Lehmerde, Schlamm)
Hallo Christian,

du hast deine Situation zur Hangsicherung und Entwässerung sehr schön und genau beschrieben. Da ich bei mir durch eine steile Hanglage meines Hausgrundstückes ebenfalls das Problem der Hangbefestigung hatte, kann ich vielleicht ein paar Tipps geben. Allerdings hatte ich nicht das Problem der Entwässerung, denn ich habe auf Sandboden gebaut. In diesem Punkt hat in dem Beitrag zuvor "Helpi" sehr schön beschrieben, wie man die Entwässerung in Lehmboden einrichten kann.

Die Hangbefestigungen auf dem Grundstück hatten wir unterschiedlich gelöst. Hinter dem Haus haben wir einen Hang von ca. 6 Metern Höhe. Dort haben wir Steinkörbe (Gabionen) verwendet. An der höchsten Stellen haben wir diese 3,5 Meter hoch aufgebaut. Der restliche Hang dahinter ist kein Problem mehr und wurde nicht befestigt. Die Steinkörbe haben wir lediglich auf eine Schotterschicht aufgebaut. Hinter den Körben ist ein Vlies damit der Sand durch das Hinterfüllen nicht in die Körbe einsickert. Wir haben uns bei dieser Hangbefestigung gegen eine Betonwand und für die Steinkörbe entschieden, weil diese letztendlich günstiger waren und von unserem Gartenbaubetrieb und zusätzlicher Eigenleistung aufgebaut werden konnten. Die abwechslungsreiche Struktur der gesamten Wand macht keine zusätzliche Begrünung notwendig, wobei wir inzwischen dennoch zwei Rakentenwacholder vor der Wand sitzen haben. Selbst da macht sich die enorme Temperatur der Steine im Sommer bemerkbar und die beiden Pflanzen müssen auf der Wandseite immer wieder gewässert werden damit sie nicht geröstet werden.

In deinem Fall könnte ich mir vorstellen, seitlich zu deiner Betonwand mit den Steinkörben zu arbeiten. wenn du eine passende Steinfüllung wählst, z.B. Wasserbausteine, passt das ganz gut zur Betonwand. Die Steinfüllung muss übrigens nur an der Vorderseite passend sein. Der hintere Teil der Körbe kann mit billigem Schotter aufgefüllt werden - sieht man ja nicht.

Wenn du deine Betonwand begrünen willst, müsstest du auf robuste Kriechpflanzen zurückgreifen. Ich würde dir in diesem Fall z.B. Cotoneaster empfehlen. Die Pflanzen würde ich von oben nach unten wachsen lassen, falls die Wand soweit nach oben hinterfüllt und eine Bepflanzung möglich ist. Efeu würde verbrennen, Wilder Wein ist im Winter ohne Laub, also auch nicht sonderlich schön.

Ich hoffe, dass ich dir ein paar Anregungen geben konnte. Wenn weitere Infos gewünscht sind, einfach schreiben.

Gruß
Werner

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Mormeeark
Alter Hase
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Beigetreten: 19.07.2017 10:52:27
Beiträge: 48
Standort: München
Betreff: Aw: Hangsicherung und Entwässerung (feuchte Ton-/Lehmerde, Schlamm)
Sieht sehr schön aus :)
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