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Botia
Alter Hase
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Beigetreten: 15.05.2008 18:25:56
Beiträge: 35
Betreff: Esha 2000 , Kupfer und seine Nebenwirkungen
Hallo alle zusammen,

ich stelle immer wieder fest, daß leider Medikamente für Fische nach wie vor frei erhältlich sind und nicht mal eine Herausgabe/Beratung durch Fachpersonal nötig ist.

Das ist mir schon seit Jahren ein Dorn im Auge, aber leider wird es fast überall so gehandhabt.

Ist mir doch unverständlich, denn die wenigsten Fischbesitzer können die einfachsten Diagnosen stellen, die meisten Krankheiten erfordern sogar eine Mikroskopische Untersuchung, die ja nur ein Fachmann vornehmen kann.
Oftmals liegen auch einfach nur Pflegefehler zugrunde, was der Aquarianer nicht erkennt.

Also werden auf Verdacht Mittel gekauft und reingeschüttet, was sogar den Tod von den Fischen/ Pflanzen nach sich ziehen, bzw. resistente Bakterienstämme hervorrufen kann, oder eine starke Belastung der Umwelt darstellen.
Mittel gegen Läuse bei Pflanzen sind allerdings verschlossen hinter einer Glasscheibe...*grübel*


Nun, mir geht es heute primär um ein Medikament, was viele sicherlich schon mal benutzt haben.
Esha 2000

Es ist ein Breitbandmittel und verspricht gegen viele gängigen Krankheiten zu wirken.

Hier sollte man jedoch stutzig werden.

Zitat :
"Anwendungsgebiete:
Bei primären und sekundären Schimmelbildungen, bakteriellen Schleimhautinfektionen, allgemeinen bakteriellen Infektionen, Wunden, parasitären Haut- und Kiemenwürmern, parasitären Infektionen und zum Schutz der Schleimhaut.

eSHa-2000 bekämpft erfolgreich die Erreger der gefürchteten und oft als unheilbar bezeichneten "Schaukelkrankheit", aber auch sogenannte "weiße Mäuler", Maulverpilzungen, Schleimhauttrübungen, Pilzbefall, Abschürfungen, offene Wunden, Hautentzündungen, Hautblutungen, Bauchwassersucht, Kiemenwürmer, Blauschimmel,Flossenklemmen, Bißwunden, Blutflecken, entzündete Schuppenwurzeln, Kiemenentzündungen, Gewebeentzündungen, *******- und Flossenfäule, Schuppensträube, Verletzungen und Verwundungen und blockiert die Neonkrankheit.
Diese außerordentliche ansteckenden Infektionen befallen nach - einiger Zeit auch noch die gesunden Fische. Deshalb muß man schnell reagieren. Je früher, desto besser!"
Quelle: Beipackzettel des Medikamentes

Nur komisch, daß wir für uns Menschen noch nicht sowas haben.
Kopfschmerzen, Durchfall, Masern, Grippe, Tumore, bakterielle Infektionen, Migräne, Krebs, Lungenentzündung, Gürtelrose, offene Wunden, Kiefervereiterungen etc.... warum gibts da nicht:
" Eines für alle?"

Oder für Hunde:
Bisswunden, Fellausfall, Flohbefall, Würmer, Ekzeme, Staupe, Augenvereiterungen, Tollwut....

Richtig...weil es gar nicht geht!
Jeder vernünftig denkende Mensch weiß, daß sowas nicht machbar ist.

Warum aber hört bei Fischen dieses Denken auf?
Auch hier wäre die logische Schlußfolgerung:
ein Mittel kann nicht gegen alle Krankheiten gezielt wirken.
Und das noch ohne Gegenanzeigen!

Hauptbestandteil dieses Mittels ist Kupfer2+ .

Das ist, wenn es in höheren Dosen angewendet wird, jedoch für lebende Organismen ein schleichendes Gift.
Für Garnelen, Schnecken und Krebse sogar in geringeren Mengen tödlich, die meisten Fische verkraften etwas mehr.

Klar...wir geben es ja mehrfach in kleinen Konzentrationen rein, wird man sagen.

Nur reagiert das Kupfer mit Karbonaten und fällt als unlösbares Produkt aus, setzt sich auf sämtlichen Oberflächen ab, sackt in den Bodengrund ein, kann sogar in Wurzeln tief eindringen und irgendwann unkontrolliert wieder als Lösung ins Wasser zurück gehen.

Wasseraufbereiter können es für eine Zeit lang binden, aber nicht selten wird es irgendwann plötzlich wieder frei gegeben ( es gibt z.B. Bakterien, die sich speziell auf die Chelate, also den "Bindemitteln" in den Aufbereitern spezialisiert haben und diese "fressen", also das Kupfer wieder frei legen) und es kommt zu merkwürdigen, unerklärlichen Sterben der Fische.
Auch das absacken des PH-Wertes in den sauren Bereich kann dies bewirken.
Oftmals betrifft es nur die Bodenfsiche ( Panzerwelse, Antennenwelse, Dornaugen, Schmerlen allgemein) ... schwimmt der ja auch dann mitten in dieser Kupferansammlung.

Der obligatorische Wasserwechsel nimmt kaum Kupfer aus dem AQ heraus, es wird auch nicht darauf hingewiesen, daß man insbesondere den Boden über einen längeren Zeitraum gut abmulmen sollte, wenn man das Mittel nutzte.

Viele dosieren zudem höher als man sollte, es ist unter anderem wichtig das genaue WASSERvolumen zu errechnen.
Nicht das Volumen des gesamten Aquariums...

Manche haben sogar schon einiges an Kupfer im Leitungswasser, zusammen erreicht man dann kritische Werte.
Auch die Wasserwerte sind wichtig...so ist Kupfer in weichem, saurem Wasser um etliches wirksamer, als bei härterem Wasser und einem PH über 7.
Dennoch wird angeraten bei weichem Wasser die Dosis zu erhöhen.....?

Das kostete mich übrigens damals meinen kompletten Neonbestand...viele Panzerwelse folgten.
Ein Kupfertest brachte mich dann auf die Spur, denn mir wurde damals ( unwissend wie ich war) dieses Mittel auch zur Vorbeugung und regelmäßiger Anwendung empfohlen.
Die Kupfer-Werte im Bodengrund waren jenseits von Gut und Böse.


Ein Hinweis auf diese Gefahr findet sich leider nicht auf dem Beipackzettel.
Und nicht jeder weiß eben, was Kupfer bewirken kann!

Obwohl schon seit Jahren die Gefährlichkeit dieses Mittels vielen Aquarianern bekannt ist und auch dem Hersteller gemeldet wurde, steht immer noch auf dem Beipackzettel:
Gegenanzeigen: keine bekannt.

Im Gegenteil, es wird sogar noch Vorbeugend gegen Laichverpilzung etc. angepriesen.
Kann wirken, klar...aber was ist mit den Nebenwirkungen?
Was ist mit Jungfischen, die dann aus Versehen einer zu hohen Dosis ausgesetzt werden?
Welche Rahmenbedingungen sind nötig?
Sterile Aufzuchtsbecken, ohne Bodengrund etc?

Kupfer wirkt toxisch, in geringsten Mengen für Mikroorganismen, es besitzt bakterizide Eigenschaften.
Es schädigt sogar Pflanzen, ist daher auch in etlichen Anti-Algen-Mitteln enthalten.

Übrigens: Anti-Schneckenmittel basierten ebenfalls auf Kupfer...und sie wurden (endlich) vom Markt genommen!

Man warnt vor Schwermetallen im Leitungswasser überall (Blei, KUPFER etc.) , erklärt dem Aquarianer wie gefährlich dies für die Fische sein kann, weist auf die Gefahren von eventuellen Kupferrohren oder Durchlauferhitzer hin ... und hier wird empfohlen, es vorbeugend ins AQ einzubringen???


Findige Köpfe sagen nun: ich benutze doch aber Wasseraufbereiter...klar, aber dann wirkt es ja nicht.
Wird nur schön im Bodengrund/ Filterschlamm abgesetzt und wartet darauf irgendwann wieder schleichend abgegeben zu werden.



Wer dieses Mittel einsetzen möchte, dem rate ich an, es in einem separatem AQ (Quarantäne-Becken) zu machen.
Die betreffenden Fische dort hinein zusetzen und DORT zu behandeln.
Hier kann man
a) genauer Dosieren
b) bringt kein Kupfer ins Halterbecken

Die Inhaltsstoffe sind in der Tat bei manchen Erkrankungen hilfreich, ansonsten hätte sich das Mittel nicht so lange auf dem Markt halten können.

Dennoch fände ich es weit aus besser, wenn hier mit offenen Karte gespielt werden würde.
Der Kunde vertraut dem Hersteller ( und dem Verkäufer, wenn er denn beraten kann) und wird leider nicht auf die bestehenden Risiken hingewiesen.


Es spricht doch nichts dagegen, das Risiko Kupfer anzusprechen und eine Behandlung in einem separatem Aquarium anzuraten.
Oder eben das gründliche abmulmen des Aquariums über einen längeren Zeitraum nach Einsetzen des Mittels, bei dem man wenigstens den Großteil wieder heraus bekommt.

Ich hoffe, daß auch hier irgendwann mal der Riegel vorgeschoben wird, wie es schon bei Baktopur gemacht wurde, wo man einen Wirkstoff endlich aus dem Verkehr gezogen hat.

Oder das wenigstens diese ganzen Medikamente hinter einer Glastür verschwinden und eine fachkundige Beratung erfolgen muß, damit dieses wahllose "ins Wasser schütten" endlich eingedämmt wird.

Fische sind Lebewesen...wie Katze, Hund und Co.

Hier würde man doch auch nicht aus einem Laden ( oder z.B. Baumarkt) ein Mittel gegen offene Geschwüre oder abfaulende Mäuler mitnehmen, nur noch halbvorhandene Beine, bzw. ein Breitbandmittel, weil der Hund torkelnd und mit aufgeblähtem Bauch durch die Wohnung taumelt !

Hier wäre der erste Weg zum Tierarzt.

Nun darf sich jeder Fragen:
warum schaut man zu, wenn Fische qualvoll verenden und fängt an Mittelchen aus dem Regal reinzuschütten, wo man noch nicht mal genau weiß was es ist?
Weder Krankheit noch Wirkstoff kennt?
Ohne Beratung?


Mag da jeder mal für sich drüber nachdenken...



PS: ich möchte diesen Post nicht als Stimmungsmache gegen das genannte Präparat verstanden wissen.
Es kann mitunter tatsächlich helfen.
Doch wie bei allen Medikamenten möchte ich einfach nur eventuelle Risiken aufzeigen und dazu anregen sich Gedanken darüber zu machen, ob und vor allem WIE man dieses ( und auch andere!) Mittel anwendet.
Ich möchte sensibilisieren.
Dazu äußere ich meine Ansichten und auch meine eigenen Erfahrungen.
Profil
[Up] #2
Sharif
Alter Hase
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Beigetreten: 26.12.2009 13:49:13
Beiträge: 237
Betreff: AW:
Wie Du selber schreibst, ist ein erkennen der Krankheiten für fast jeden Aquarianer sehr schwierig.
Eine Bakterielle Untersuchung würde in den meisten Fällen aber ein vielfaches des Wertes der Fische ausmachen.
Da bleibt wirklich oft nur die Frage: Fische sterben lassen oder mit Breitbandmittel versuchen.
Zugegeben, mich hat das auch am Anfang an Wundermittel, die von Kopfschmerzen bis Krebs alles heilen erinnert. Aber man muss auch die Möglichkeiten eines einfachen Aquarianers mit seiner Guppyzucht denken.
Gewisse Breitbandpreparate gibt es übrigens auch für Menschen. In der Regel ist es hier dann aber einfacher die Krankheiten zu bestimmen.
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[Up] #3
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Botia
Alter Hase
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Beigetreten: 15.05.2008 18:25:56
Beiträge: 35
Betreff: AW:
Hallo,

ich weiß ja, was Du meinst.

Aber erlaube mir dennoch etwas zynisch zu sein:

Ich habe z.B. meinen Hund damals geschenkt bekommen.
Dennoch war ich mit ihm beim TA, obwohl ich ja dann eigentlich weit aus mehr als seinen "Wert" bezahlt habe.

Leider sprichst Du eben genau das aus, was viele denken...selbst wenn der ganze Besatz stirbt... kauft man eben neu, oftmals ist es dann nicht so teuer, als wenn man zu einem TA gehen würde.
Bedauern tun die meisten wohl nur ihr verlorenes Geld.

Ärgerlich ist wohl für viele nur, wenn man noch eine Weile warten muß, bis man sich den neuen Besatz rein setzen kann.

Fische werden eben nicht als fühlende Wesen angesehen... sie leiden stumm, sie sterben für sich alleine, denn man kann ja wegsehen.
Und sie kosten nur wenig, manche nicht mal einen Euro... da wird manchmal schon bei 59 Cent gefeilscht!



Genau das finde ich wirklich bedauerlich.

Es degradiert ein Lebewesen, welches man sich angeschafft hat, um seine Freude und seinen Spaß daran zu haben.
Man will Farbe sehen, man möchte sich daran erfreuen...aber man möchte nicht (vor allem finanziell) dafür Sorge tragen, wenn es erkrankt.

Der Kauf soll meistens billig sein...und dann ist eine Behandlung, welche etwas kostenintensiver ist anscheinend ausgeschlossen.

Man ist dann vom Aquarianer zum Verbraucher geworden...
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[Up] #4
WernerB
Stammtisch-Meister
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Beigetreten: 09.11.2004 12:00:00
Beiträge: 1978
Betreff: AW:
Hallo,

ich kann dir da nur voll zustimmen. Verstehen tut man das Ganze erst, wenn man die Fische nicht als anonyme Wesen im Wasser ansieht, sondern ihre persönlichen Eigenarten, Marotten oder sonstige Verhaltensweisen beobachtet. Manche bekommen dann auch einen Namen und es ensteht ein wechselseitiges Beobachten. Es kann dann schon schmerzhaft sein, wenn so ein liebgewonnener Genosse stirbt.

Viele Grüße
Werner
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[Up] #5
Sharif
Alter Hase
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Beigetreten: 26.12.2009 13:49:13
Beiträge: 237
Betreff: AW:
Der Umgang mit kranken Tieren allgemein hat sich aber auch viel zum Guten verändert. Früher wurden kranke Tiere mehr eingeschläfert (oder sonst was) als behandelt.
Vielleicht entsteht auch bei Fischen mal ein umdenken.
Leider wird ein Aquarium heutzutage mehr als Dekoration und nicht als Biotop verkauft. Auch wenn es beides ist, so ist es aber nicht trennbar.
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[Up] #6
Helmut_G
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Beigetreten: 02.03.2011 13:51:03
Beiträge: 4
Betreff: AW:
Ja diesen Zusammenhang habe ich bisher auch nicht beachtet.
Sollte man sich doch mal Gemüte führen, ist sicher besser.

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[Up] #7
winuso
Stammgast
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Beigetreten: 07.03.2011 13:58:00
Beiträge: 26
Betreff: AW:
Da muss ich dir zustimmen, Boita. Man bekommt in vielen Shops wie Zooplus neben ganz normalem Zubehör auch Arzneimittel. Und ich habe zugegebenermaßen schon ein paar Mal davon Gebrauch gemacht, ohne jemanden zu konsultieren. Die Gedanken habe ich mir noch nie gemacht. Aber nur, wenn`s nicht anders geht.
Wie dem auch sei. Das hier sehe ich grad noch. Kann vielleicht der ein oder andere brauchen.
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[Up] #8
MaritaPil
Neu hier
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Beigetreten: 08.03.2012 22:28:36
Beiträge: 2
Betreff: AW:
Darüber habe ich mir allerdings auch noch keine Gedanken macht, ich für meinen Teil liebe meine Fische auch und ich rede auch mit Ihnen und habe ihnen auch Namen gegeben. Meine Freunde finden das bekloppt aber warum? Schließlich geben sie ihren Hunden, Kaninchen etc. auch Namen.

Dieser Beitrag wurde 1 mal geändert. Die letzte Änderung war am 12.03.2012 09:35:15.

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[Up] #9
Helpi
Alter Hase
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Beigetreten: 31.07.2007 00:44:03
Beiträge: 621
Betreff: AW:
MaritaPil:
Schließlich geben sie ihren Hunden, Kaninchen etc. auch Namen.


Gut´n Tach MaritaPil,

natürlich bekommen die Namen. Diese Tiere kommen auch, wenn man sie ruft! smilie

Bis denn,
Helpi
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